Teil 5 – Limpopo NP und Krüger NP

Montag, 21.08.2017

Heute geht es nach Mocambique. Wir fahren noch durch den Park entlang des Büffel-Gürtels. Büffel sehen wir aber nicht. Überhaupt begegnet uns kaum ein Tier heute morgen. Nach einigen Kilometern auf der Transitstrecke kommen wir an die Grenze.

Die Ausreise geht relativ zügig von statten. Aber dann gibt es Probleme. Die Papiere des neuen, getauschten Fahrzeugs stimmen nicht. Auf ihnen ist die Ausreise bereits für den 19. August angegeben. Wie der Fahrer darauf kam wissen wir nicht. Allerdings ist es mir auch erst heute aufgefallen. Ich hatte nie in Erwägung gezogen, daß die Papiere nicht stimmen könnten, denn unser Vermieter hat ja selbst für uns die erste Nacht in Mocambique heute gebucht. Außerdem hätte der Fahrer wohl auch unseren Namen als zukünftige Fahrer auf den Papieren eintragen lassen müssen. Später erfahren wir, daß dies immer versucht wird, an der Grenze bei Einreise aber oft verweigert wird. Wie auch immer, die Behörden beschliessen, daß unser Auto an der Grenze festgehalten wird, bis der eingetragene Fahrer es abholt. Eine Katastrophe. Andreas führt mehrere Telefonate. Der Vermieter möchte selbst noch einmal mit der Beamtin sprechen. Die ist natürlich nicht mehr da und muß wieder geholt werden. Nach längerem Hin und Her einigt man sich schließlich darauf daß wir weiter fahren können, vorher aber 400 $ zahlen müssen. Wir geben zu Bedenken, daß wir nur noch 200 $ haben. Es folgen nochmals Diskussionen. Dann dürfen wir weiter fahren ohne etwas zu bezahlen. Wir fragen gar nicht mehr weiter nach, sondern sehen zu, daß wir hier weg kommen. Die Einreise nach Mocambique gestaltet sich dann völlig relaxt. Nach 10 Minuten sind wir eingereist und können weiter fahren.

Wir nehmen den Abzweiger in den Limpopo-Nationalpark. nach einigen Kilometern Sandpiste kommen wir in ein Dorf und dann an einen Fluß. Das muß der Limpopo sein. Eine Fähre liegt vertäut auf dem Ufer. Also fahren wir selbst durch den Fluß.

Kurz darauf stehen wir an einer Schranke. Die Limpopo-Überquerung kostet uns jetzt 100 Rand. Da wir keine Rand haben, zahlen wir nach einigen Wechselkursdiskussionen schließlich acht Dollar, die ich gerade noch passend zusammenkratzen kann. Dann geht es weiter. Wieder durch Dörfer, immer den Wegweisern zum Gate folgend, wenn dann welche da sind. Nach einer halben Stunde stehen wir wieder an einer Schranke. Es ist das Gate zum Limpopo-NP. Aber hier ist Niemand, obwohl laut einer Tafel das Gate noch geöffnet ist. Ok, das ist Afrika. Also warten wir ein wenig. Dann rufen und hupen wir, niemand kommt. Wir hängen das Schloß aus, welches sowieso nicht richtig eingehängt war, und öffnen die Schranke selbst. Jetzt kommt jemand auf einem Motorrad angefahren. Es ist zwar nicht der zuständige Wärter, aber er kennt diesen und ruft ihn an. Er kommt. Dann wieder Verhandlungen über einen sehr eigenwilligen Wechselkurs. Aber es hilft nichts. Wir wollen rein und es ist schon spät. Also zahlen wir zähneknirschend die 40 $ und begeben uns mit einer weiteren Stunde Verzögerung auf die letzten 70 km. Der Weg ist anfangs noch gut. Allerdings ist alles sehr buschig. Tiere sind, außer den üblichen Impala, nicht zu sehen. es dämmert. Wir kommen in ein Dorf. Aufgeregt und mit wildem Blick fuchtelt ein Mann mit den Armen und redet auf Portugiesisch auf uns ein. Wir verstehen nichts, denn keiner von uns beiden spricht Portugiesisch. Wir sagen nur Sandalo, der Name unseres Camps, und er deutet wild in die Richtung, die auch wir eingeschlagen hätten und ruft: „Si, Sandi, Sandi, Sandi.“ Wir sind uns nicht sicher ob er überhaupt irgendetwas verstanden hat und fahren weiter. Kurze Zeit später kommen wir in ein Dorf. Dort sitzen junge Männer bei Musik zusammen. Auch hier fragen wir nach „Campismo Sandalo“ und auch sie deuten in diese Richtung und sagen „Si, Sandalo, Sandalo, that way.“ Dafür wollen sie dann eine Zigarette haben, die sie auch bekommen.

Die Blaue Stunde beginnt. Der Himmel wird dramatisch kitschig in rosa, lila, blau. Zwei Kuduböcke springen vor diesem Himmel davon in das hohe Gras. Es tut schon fast weh. Aber wir müssen weiter, um nicht ganz im Dunkeln anzukommen. Der Weg ist teilweise richtig schlecht und ausgefahren. Das Auto kriegt immer wieder Schieflage. Schon lange sind wir uns nicht mehr sicher, ob der Weg stimmt. Die versprochene Karte gab es am Gate dann doch nicht, ich habe nur eine schlechte Fotografie. Das GPS-Gerät kennt hier keine Wege. Die grobe Richtung stimmt aber. Wir beschliessen, so weit zu fahren, bis der Tachometer die  vorausgesagten 75 km Wegstrecke anzeigt. Wenn wir bis dahin das Camp nicht gefunden haben, werden wir einfach an den Rand fahren und unser Dachzelt aufklappen. Es wird spannend. 70km, 72km, 73km. Mittlerweile ist es richtig dunkel. 74km. Und plötzlich ein Schild zu unserer Rechten: Campismo Sandalo. Erleichtert fallen wir uns in die Arme und biegen in das Camp ein. Dort werden wir schon erwartet. Einheimische, die das Camp bewachen, sind da. Sie bringen uns Feuer und Wasser. Dann wünschen wir uns gegenseitig so gut es geht eine gute Nacht. Wir sitzen noch eine ganze Zeit am wärmenden Feuer und freuen uns, daß wir auch dieses Abenteuer gut überstanden haben. Es wird die bisher kälteste Nacht. 

 

Dienstag, 22.08.2017

Früh am Morgen geht es weiter. Wir haben nur noch die Lebensmittel dabei, die wir heute und morgen früh noch brauchen. Alles Andere lassen wir hier; unsere „Bewacher“ von gestern Abend sehen wir heute nicht. Jetzt haben wir haben noch gut 100km Piste bis zur Grenze nach Südafrika. Wir sehen nur ab und zu ein paar Impala was sicher auch daran liegt, daß das ganze Gebiet im Nationalpark immer wieder besiedelt ist. Immer wenn ich denke: „ Jetzt ist genügend Abstand, jetzt könnte hier was sein“, kommen die nächsten Hütten. Die Menschen hier leben in sehr ärmlichen Verhältnissen. Wir begegnen einem LKW samt Anhänger, der sich für die Nacht auf die Seite gestellt hat. Auf einem schmalen, ausgefahrenen und teils ausgewaschenen Weg, der gerade für ein Fahrzeug Platz hat. So lange so etwas im NP fahren darf, wird man hier kaum ein scheues Tier zu Gesicht bekommen.

Vor Jahren hat man einmal versucht, Elefanten hier anzusiedeln; sie sind alle wieder in den Krüger-Park zurück gewandert. Dabei ist die Vegetation hier wie geschaffen für einen Nationalpark. Aber natürlich haben der Bürgerkrieg und die Wilderei, die in dieser Zeit zugenommen haben, ihre Spuren hinterlassen. Endlich kommt wieder eine etwas breitere Gravel-Road und danach auch bald das Gate. Zwischen Gate und Grenze nehmen die Tiere dann zu. Zumindest sehen wir immer mal Impala und Kudus. Dann sind wir an der Grenze angelangt. Der Grenzübertritt gestaltet sich diesmal unkompliziert. Dann fahren wir hin den Krüger-Park hinein. Die Strasse ist geteert.

Nach wenigen Kilometern stehen mehrere Fahrzeuge am Straßenrand. Ui, denken wir uns, da ist was. Es war ein Büffel. Ein grosses, stattliches Tier. Aber sonst auch nichts. Auf den Teerstrassen kommen wir gut voran. Ab und zu fahren wir ab, und suchen den Weg zum Fluß. Aber auch die kleinsten Pfade sind gut zu fahren. Keinerlei Pottholes oder einseitig ausgewaschene Stellen, die dem Auto zu einer abenteuerlichen Schräglage verhelfen. Viele Elefanten stehen einfach so im Gebüsch am Wegesrand.

Aber auch Zebras, Giraffen und die üblichen Verdächtigen.

Es ist Mittag und Andreas hat keine Lust mehr. Kein Wunder, sind wir doch schon wieder seit viertel nach Sechs unterwegs. Wir nehmen den kürzesten Weg zur Lodge. Dort erklärt man uns, daß wir zu früh sind und den Schlüssel zu unserer „Hut“ erst in 1 1/2 Stunden haben können. Nun gut. Mittag essen im Restaurant.

Der Unterschied zwischen einem Nationalpark wie wir ihn kennen und dem Krüger-NP kann größer nicht sein. Wir kommen uns vor wie in einem überdimensionalen Serengeti-Park. Die Lodges gleichen kleinen Städten. Sie haben Shops, Restaurants, Tankstellen. Und alle sind umzäunt, damit bloß keine wilden Tiere hineinkommen. Wir fragen uns nur, wer hier vor wem geschützt werden soll. Wir machen uns einen Spaß und fangen an die Nationalität der Besucher zu raten. Deutsche erkennt man daran, daß sie wie im Reiseprospekt gekleidet sind. Lange Hosen, feste knöchelhohe Schuhe, Rucksack, und am besten alle Familienmitglieder gleich gestylt. Und den warmen Pullover nicht vergessen, schließlich ist ja Winter hier. Ok, bei unserem ersten Afrika-Besuch müssen wir ein ähnliches Bild abgegeben haben. Aber mit der Zeit vertauscht man die Stiefel mit Sandalen und dann mit FlipFlops. Die langen Hosen mit Shorts. Nur, wenn wir wirklich in den Busch gehen, ziehen wir noch Stiefel an. Am Nachmittag beziehen wir dann unsere Hütte und räumen unseren Wagen weitestgehend aus, damit die Übergabe am nächsten Nachmittag zügig vonstatten gehen kann. Am späten Nachmittag dann noch einmal ein Game-Drive in einem Gebiet, in dem in den letzten Tagen mehrfach Leoparden gesichtet worden sind.

Wir finden einen nicht auf der Karte verzeichneten Weg. Er mäandert am Ufer eines kleinen Baches entlang. Viel Baum- und Buschbewuchs am Ufer. Tatsächlich ein ideales Leopardenrevier. Doch wir haben kein Glück. Wir beschliessen, diesen Pfad morgen noch einmal zu fahren, liegt er doch direkt auf unserem Weg. 

 

Mittwoch, 23.08.2017

Kurz vor sechs stehen wir mit ein paar anderen Fahrzeugen am Gate. Unter anderem findet sich dabei ein Porsche Cayenne. Es ist ja, wie jeder weiß, das ideale Safari-Fahrzeug. Aber im Krüger-NP geht eben alles. Auch heute haben wir kein Glück auf dem kleinen Pfad. Dann noch ein Schakalpärchen in der Ferne. Hurra, wenigstens die haben sich noch gezeigt.

An einem Picknickplatz wollen wir frühstücken. Der Platz entpuppt sich als Raststation mitten im NP mit Imbiß und dem unvermeidlichen Souvenirshop. Trotzdem. Wir packen auf dem Parkplatz unseren Gaskocher aus und fangen an zu brutzeln. Speck mit Baked Beans und Toast. Während Andreas an der Pfanne werkelt, verteidige ich unser Frühstück gegen die Affen. Vom Nachbartisch ertönt ein lauter Schrei. Eine große Meerkatze ist vom Baum direkt auf den Tisch gesprungen und hat in die Papiertüte mit den Lebensmitteln gegriffen. Dann noch schnell dem völlig überraschten Opfer ein Stück Brot aus der Hand gerissen und wieder ab auf den Baum. Ich habe mich mit einem Messer gewappnet und ein grimmiges Gesicht aufgesetzt. Wir bleiben verschont. Dann fahren wir weiter Richtung Gate. Unterwegs noch einige Giraffen; junge Tiere die ein wenig miteinander rangeln.

Und ganz zum Schluß erhaschen wir noch für ein paar Sekunden den Blick auf ein Spitzmaulnashorn, bevor es wieder im dichten Busch verschwindet. Mittags sind wir am Gate. Crocodile-Bridge.

Es sind noch 400 km nach Johannesburg. Gut, denken wir uns, das sollte in fünf Stunden zu schaffen sein. Weit gefehlt. Die erste Hälfte der Strecke führ durch die Berge.

Wir arbeiten uns von 250 Höhenmeter am Gate auf 1600 Höhenmeter hoch. Unser Safari-LKW schafft die Steigungen maximal mit 50km/h. Selbst LKW überholen uns. Vier Stunden später haben wir gerade mal 200 km geschafft. Wir verschieben die Übergabe auf den nächsten Morgen und fahren direkt in’s Hotel. Natürlich kommen wir mal wieder im Dunkeln an. 

 

Epilog

Die Menschen in Zimbabwe waren alle sehr nett. Egal, welche Hautfarbe sie haben. Und völlig egal, ob in dem kleinen Cafe auf dem Land an der Straße oder in der Stadt beim Einkaufen im Supermarkt. Auch, wenn wir das ein oder andere Problem mit der Korruption hatten; die meisten Polizisten waren korrekt und freundlich. Fast alle haben Andreas gefragt, ob er Thomas Müller kenne oder mit ihm verwandt sei. Er ist in Afrika sehr beliebt. Fußballplätze gibt es im kleinsten Dorf. 

Abschließend bleibt zu sagen, daß diese Reise sicherlich ein Abenteuer war. Nur hatten wir es uns ganz anders vorgestellt. Der Mangel an Raubkatzen ist sicherlich betrüblich, dafür hatten wir einige seltene Szenen mit Krokodilen und Hippos. Einen seltenen riesigen Storch, den Wollhalsstorch, und sehr intime Erlebnisse mit Elefanten. Besondere Perspektiven ergaben sich auf der Kanutour. Insbesondere, wenn die Elefanten im Wasser oder wir auf Augenhöhe mit den Flusspferden waren. Es war diesmal eine Safari der etwas anderen Art. Missen möchte ich diese Reise auf keinen Fall.

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Teil 4 – Gonarhezou-NP

Eigentlich habe ich diesen Park nur wegen der Beschreibungen unseres Reiseführers in’s Programm genommen. Außerdem liegt er gut auf unserem Weg zurück in den Süden. Gonarhezou ist entstanden, um den durch Wilderei gefährdeten Tieren im Grenzgebiet zu Mocambique und Südafrika eine Zuflucht zu geben. Der Park ist in vielen Teilen noch sehr wild. Die Wege führen oft durch Wasser und es gibt auch nur ein paar Camps. Er ist unterteilt in einen Nord- und einen Südteil. Die Teile werden durch eine Transitstrecke getrennt. Der Nordteil gilt als wilder als der Südteil. Gonarezhou zeichnet sich durch seinen großen Artenreichtum aus. Unterstützt wird der Nationalpark durch die Zoologische Gesellschaft Frankfurt.

 

Freitag, 18.08.2017

Die Anreise nach Gonarhezou ist in drei Stunden geschafft. Andreas hat vorher in der Beschreibung der Zufahrtswege einen Weg gefunden, der Off-Road-Fahrern und erfahrenen Reisenden empfohlen wird. Er möchte ihn unbedingt fahren. Da wir gut in der Zeit sind, tun wir das auch. Wir fahren kurz nach der Save-Brücke von der Teerstraße ab auf eine Piste. Sie führt ewig lang an Hütten und kleinen Höfen vorbei. Dann wird es einsam. Zwischendurch machen wir einen kurzen Abstecher zu den Chilo-Falls. Eine wirklich grandiose Landschaft.

Dann stehen wir irgendwann an der Uferböschung des Save. Wir fahren hinunter und durchqueren den Fluß auf dem Weg zum Gate. Der Fahrweg ist mit Stöcken abgesteckt. Fast bleiben wir in dem tiefen nassen Sand im Flachwasser stecken. Doch dank Allrad und Diff-Lock meistern wir auch diese Situation. Der Scout am Gate empfiehlt uns, das Nordufer zu befahren. Wir folgen seinem Rat. Der Weg ist gut fahrbar mit einem Geländefahrzeug. Wir durchqueren unzählige ausgetrocknete Furten während der Weg sich immer weiter am Runde entlangwindet. Ab und zu öffnet er sich zum Flussbett hin und wir sehen eine überwältigende Landschaft.

Dann plötzlich: da, Löwen. Drei Tiere laufen über unseren Weg. Unzählige Geier finden sich ringsherum auf den Bäumen. Es sind an die 30 Stück. Hier muß irgendwo ein Riss sein. Die Löwen trauen sich langsam aus ihrer Deckung heraus und kommen zurück. Mir gelingen traumhafte Portraits. Das Licht ist auf Grund der Wolken heute den ganzen Tag gut. Es sind eine Löwin, ein ca. einjähriges Junges und ein etwas älteres Jungtier. Die drei kommen dem Weg immer näher.

Dann sehen wir auch den Riss. Er liegt direkt am Weg. Wir haben ihn vorher übersehen, da wir uns so sehr auf die Löwen konzentriert hatten.

Nach einer halben Stunde müssen wir weiter. Wir haben noch einen langen Weg bis zu unserem Camp, daß leider ganz am Rande des Parks liegt. Später erfahren wir, daß Löwen hier nur sehr selten gesehen werden. Wir hatten also richtiges Glück. Aber es sollte auch unsere einzige Löwensichtung in diesem Urlaub bleiben.

Als nächstes sehen wir die Chilojo-Cliffs zum ersten Mal. Sie leuchten in der Abendsonne. Es ist wirklich eine beeindruckende Landschaft hier.

Der Park gefällt mir schon jetzt viel besser als Mana Pools. Er ist einfach viel wilder. Der Weg wird breiter und auch besser zu fahren. Das ist gut so, denn wir haben noch einige Kilometer bis zu unserem Camp. Doch die Fahrt endet jäh. Elefanten verstellen uns den Weg und hindern uns an der Weiterfahrt. Im Gegensatz zum Mana Pools NP sind die Tiere hier mit Vorsicht zu geniessen. Durch die immer noch andauernde Wilderei sind sie auf Menschen nicht gut zu sprechen. Immer, wenn wir näher kommen, geht wenigstens ein Tier drohend mit erhobenem Rüssel auf uns zu. Uns bleibt nichts anderes übrig als zu warten. Ich wage nicht einmal aus dem Fenster hu fotografieren. Nur allzu leicht könnten die Tiere das große Objektiv mißverstehen.

Von der anderen Seite nähert sich das Fahrzeug eines Rangers. Auch er bleibt in respektvoller Entfernung stehen und wartet ab. Einer der Elefanten geht drohend zu seinem Auto. Aber der Ranger kennt seine Tiere und weiß, daß es bei der Drohung bleibt. Langsam beruhigt sich das Tier und wendet sich wieder seiner Herde zu. Nach gut einer halben Stunde ziehen die Elefanten dann weiter Richtung Fluß und geben den Weg frei. Wir fahren weiter über das Gebirge und kommen noch eben im letzten Tageslicht in unserem Camp an. Der Platz liegt sehr idyllisch an einem kleinen Nebenarm des Runde. Hippos grunzen vor sich hin. Nachts hört man sie dann dicht am Camp. 

 

Samstag, 19.08.2017

Wir beschließen, heute einen anderen Weg zu fahren. Dafür müssen wir zunächst über den  Runde fahren. Die Furt ist flach.

Auf der anderen Seite erwartet uns mit großen Augen ein Moschusböckchen. Normalerweise laufen diese scheuen Tiere sofort davon. Dieses hier hat so früh am Morgen scheinbar noch kein Auto erwartet. Ich kann es in aller Ruhe fotografieren.

Auf unserem weiteren Weg sehen wir noch Nyalas, Kudus, Wasserböcke, Impalas und Zebras. Viele verschiedene Wasservögel sind auch anzutreffen. Unser Weg führt uns heute auf die Chilojo-Cliffs.

Vorher machen wir noch Frühstückspause unter Pavianen. Sie sind aber nicht aufdringlich und ziehen sich gleich zurück. Die Cliffs sind auch von oben eindrucksvoll. In der Mittagshitze sieht man ein paar Elefanten und die üblichen Flußpferde im Runde.

Wir durchqueren abermals den Fluß an der Stelle, an der gestern die Löwen waren. Heute sehen wir sie nicht. Dafür Elefanten, die zum Trinken an den Fluß ziehen. Diesmal in einer für beide Seiten respektvollen Entfernung. Es sind einige wirklich kapitale Bullen darunter.

Bevor wir zum dritten Mal den Runde überqueren um den Heimweg anzutreten, machen wir noch an einem Picknickplatz direkt am Ufer halt. Die Chilojo-Cliffs haben wir nun direkt gegenüber. Wir geniessen die Aussicht, dann fahren wir zurück.

Dabei laufen uns Kudus über den Weg. Mutter und Kalb stehen einträchtig nebeneinander und schauen in die Kamera. Wie bestellt.

Kurz vor dem Camp müssen wir ein letztes Mal über den Runde. Es ist dieselbe Stelle wie heute morgen. Diesmal liegt in der Mitte auf einer Sandbank ein riesiges Krokodil. Durchs Fernglas sehen die Füße wie Drachenklauen aus. Es scheint, direkt aus der Urzeit hierher gekommen zu sein.

Im Camp, wir sind diesmal tatsächlich schon vor der Dämmerung zurück, wird heute gegrillt. Zimbabwe ist auch heute noch Rindfleischproduzent und so heizen wir den Grill ein für unsere Steaks. Unten am Ufer wechseln Elefanten gerade auf die andere Seite.

Ein großer Bulle bleibt jedoch hier. Bei genauem Hinsehen fällt ein dickes Knie hinten rechts auf. Das untere Bein wirkt etwas verkümmert. Es ist wohl eine alte Verletzung, die jetzt eine Arthrose nach sich gezogen hat. Er hinkt etwas und schont sein Bein immer, wenn er steht. Aber nichts kann ihn davon abhalten, am Ufer zu grasen und aus dem Fluß zu trinken.

Die Hippos in der Mitte des Flusses zögern etwas. Er baut sich vor ihnen auf und droht ihnen einige Male. Sie sind diese Nacht auf dieser Seite nicht an das Ufer gekommen. Dafür ist „Fanti“ die ganze Nacht um uns herumgeschlichen. Er war nicht im Mindesten aggressiv. Irgendwann abends, wir waren schon im Dachzelt verschwunden, kracht es plötzlich laut: „Fanti“ hat sich einen kleinen Baum gefällt. Dieses Tier hatte wirklich Sinn für Humor. Die Nacht war kalt und klar, der Sternenhimmel wie immer überwältigend.

 

Sonntag, 20.08.2017

Heute morgen werde ich nicht um halb fünf durch Hippos geweckt. Normalerweise sind sie (sowohl hier, als auch in Mana Pools) um diese Zeit immer ins Wasser gegangen. Das war ein Rauschen als ob ein ganzer Ozeandampfer vorbeifährt. Danach gab es noch einige lautstarke Rangeleien um die Liegeordnung, dann war Ruhe im Pool. Als nächstes haben so um viertel vor Fünf / Fünf alle Vögel nach und nach angefangen zu singen. Bis es dann ab halb sechs so langsam hell geworden ist. Aber diesen Morgen bleiben die Hippos aus. „Fanti“ hat gestern Abend klar und deutlich zu verstehen gegeben, daß er diese Nacht keine Hippos an seinem Ufer dulden wird. Dafür besuchen uns ein paar Tiefland-Nyalas. Sie sind überhaupt nicht scheu und kommen sehr dicht heran. Sie scheinen das Camp und die Menschen gewöhnt zu sein. Diese Antilopenart ist hier endemisch.

Dann fahren wir ab. Heute wechseln wir in den Südteil des Parks. Wir fahren durch steile Furten und auf Wegen, auf denen scheinbar längere Zeit niemand gefahren ist. Und dann: die erste Giraffe! In Mana-Pools gibt es keine Giraffen, das wussten wir. Aber daß sie hier auch so selten sind. Der Bulle beäugt uns aus sicherem Versteck. Er ist sehr vorsichtig.

Wir überqueren irgendwann die Transit-Strecke und befinden uns im Südteil des Parks. An einem kleinen See gibt es einen Ausguck in einem Baum. Leider ist die Leiter hinauf schon so verrottet, daß sich nicht einmal Andreas mehr traut sie zu benutzen. Wir nehmen unser Frühstück ein und fahren weiter. Bei der Anmeldung am Gate entdecken wir, daß es auch hier einen Airstrip gibt. Der Officer hat sein Büro nach draussen verlagert, sein Häuschen wird neu gestrichen. Dann fahren wir in unser Camp. Diesmal haben wir eine „private Campsite“. Wir nehmen den Weg am Fluß entlang, um die Gegend nach den aussichtsreichsten Plätzen für die Abend-Pirschfahrt zu erkunden. Er mäandert sich durch Wald und Savanne, immer wieder auch Ausblicke auf den Fluß freigebend. Plötzlich tritt ein sehr großer Vogel aus dem Wald. Er sieht uns und macht sich davon. Es muß ein Storch gewesen sein. Allerdings sehr groß. Als wir in unserem private Camp „Rossi Pools“ ankommen, hänge ich als erstes die Hängematte auf. Andreas nimmt sie auch gleich in Anspruch und hält ein Schläfchen, bis ich das Mittagessen fertig habe.

Es gibt mal wieder Nudeln. Wir sind tatsächlich allein in unserem Camp. Von der grossen, überdachten Hütte aus hat man einen Blick über den ganzen Flußlauf. Es ist absolut idyllisch hier.

Wir schmeissen unseren Gasboiler an und nehmen eine Dusche. Irgendwie schon praktisch, so eine Dusche im Auto. Nachdem wir hier allein sind, verzichten wir auf den Duschvorhang. Herrlich, duschen und trocknen in der Sonne. Aber es weht ein kühler Wind. Immerhin, es ist Winter im südlichen Afrika. Der Abend-Gamedrive geht an das Ufer. Wieder fliegt ein großer Vogel vor uns auf und lässt sich am gegenüberliegenden Ufer nieder. Es ist derselbe Vogel wie heute Mittag. Ein Wollhalsstorch. Wir beobachten ihn noch eine Weile, dann fliegt er davon.

An einer kleinen Wiese, nicht weit von unserem Camp, zieht in aller Ruhe ein Impala-Rudel hindurch. Die beiden Böcke weichen einander nicht von der Seite.

Dann wird es Zeit, und wir geniessen die „Blaue Stunde“ in unserem Ausguck hoch über dem Fluß. Die Nacht ist kühl der Sternenhimmel, wie immer, phantastisch.

Und hier geht es zum letzten Teil.

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Teil 3 – Great Zimbabwe

Mittwoch, 16.08.2017

Ein letzter Morning-Game-Drive in Mana-Pools. Aber auch dieser bleibt erfolglos. Und so verlassen wir das Gebiet über den langen Weg, den wir gekommen sind.

Nach dem Gebirge kaufen wir in Chinhoyi ein. Endlich mal ein Supermarkt mit großer Auswahl. Die Preise sind fast wie bei uns, zum Teil sogar höher. Eine Packung Scheibletten-Käse kostet 4$. Wir wundern uns, wie die Menschen hier zurecht kommen mit diesen Lebenshaltungskosten. Wieder einmal werden wir von fast allen Polizeikontrollen angehalten. Aber diesmal läuft alles korrekt ab. Die Dashcam in der Windschutzscheibe leistet wirklich gute Dienste. Gegen Abend zweigen wir auf eine Nebenstrasse ab. Auch wenn wir wissen, daß sie nicht so gut ausgebaut ist, ist sie doch deutlich kürzer und auch nicht so frequentiert. Die ersten 50km kommen wir auf der „narrow tarmac road“ auch gut voran. Aber dann  wird die Strasse zur Gravel-Road und schließlich zur Sandpiste. Es wird dunkel. Die letzten 20km fahren insg. 2 LKW vor uns. Beides Tieflader! Hinter ihnen staubt es derartig, daß wir im Scheinwerferlicht wie im dicken Nebel fahren. Aber an geeigneter Stelle lassen sie uns passieren und wir haben wieder gute Sicht. Als wir im „Norma Jeanes Lake View“ ankommen, sind wir so erschöpft, daß wir sofort in’s Bett fallen. 

 

Donnerstag, 17.08.2017

Endlich mal ausschlafen! Nach einem gemütlichen und ausgiebigen Frühstück starten wir zur Sightseeing-Tour. Heute steht Kultur auf dem Programm. Wir schauen uns „Great Zimbabwe“ an. Vom 11. bis zum 15. Jhdt ist hier eine imposante Siedlung entstanden, deren Grundmauern teilweise auf 600 n. Chr. datiert werden. Ein Zimbabwe ist eigentlich eine Art Siedlung. Diese hier wurde von mächtigen Herrschern immer weiter ausgebaut. Eine Festung thront auf dem Felsen….

und am Fuße des Berges gibt es ein Rondell, das wohl Zeremonien gedient hat, sowie eine Ansammlung von Behausungen. Noch heute ist nicht ganz klar, wozu das Rondell eigentlich wirklich gedient hat. Unsachgemässe „Ausgrabungen“ im 19. Jhdt haben sehr viel zerstört und „Schatzräuber“ haben wohl einiges hier entwendet. Lange wurde von den Kolonialherren die Ansicht vertreten, daß so ein Bauwerk sicher von einer anderen Kultur als der schwarzafrikanischen erbaut worden ist. Gegenteilige Aussagen wissenschaftlicher Herkunft wurden negiert. Mittlerweile ist aber bewiesen, daß es sich hier eindeutig um Bauten des afrikanischen Volkes handelt. Der Staat Zimbabwe hat seinen Namen eben von genau diesem Monument und einer der Specksteinvögel, die in der Anlage gefunden wurden, ziert jetzt das offizielle Staatswappen. Es ist wirklich eine beeindruckende Anlage und es macht Spaß in ihr herumzugehen und die einzelnen Teile der Anlage zu erforschen. Es bieten sich zum Teil grandiose Aussichten auf die Umgebung.

Heute machen wir dann nur noch eine Einkaufsfahrt. Am Supermarkt bekommen wir riesige reife Avocados angeboten, die wir gerne nehmen. Für 1$ mehr passt die Verkäuferin (ein junges Mädchen) noch auf unser Auto auf, während wir im SPAR unsere noch fehlenden Lebensmittel kaufen. Tanken ist da schon schwieriger. An der dritten Tankstelle gibt es endlich Diesel und an der vierten Tankstelle können wir dann auch mit Karte zahlen. Und das in einer Stadt, die so viele Einwohner wie Landshut hat.

Am Abend lassen wir uns im Norma Jeanes mit einem Vier-Gänge-Menü verwöhnen und geniessen die laue Winternacht hier.

Weiter geht es hier.

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Teil 2 – Mana Pools National Park

Donnerstag, 10.08.2017

Auch organisieren sie für uns das Permit für die Mana-Pools; so müssen wir nicht mehr in das Office. Frisch vollgetankt starten wir. Aber ca. 10 km nach dem ersten Gate gibt es plötzlich einen schrecklichen Krach und das Auto steht. Kurz darauf läuft Diesel aus. Die Bolzen der hinteren Kardanwelle haben sich gelöst, dadurch hat die Welle ein Loch in den Haupttank geschlagen. Schnell versuchen wir einen Graben zu schaufeln, damit der Diesel nicht komplett in die Landschaft läuft; 90l Diesel mit einem Eimer aufzufangen versuchen wir gar nicht erst.

Was tun? Allein in der Wildnis mit dem Auto gestrandet.  Ok, Handynetz haben wir. Bevor wir jedoch in Johannesburg anrufen können, hält ein Wagen von einer Lodge. Zwei Männer steigen aus und begutachten den Schaden. Die Kardanwelle scheint intakt, nur die Bolzen haben sich gelöst und fehlen. Sie beschliessen, die vordere Kardanwelle auszubauen, um die Bolzen für die hintere Kardanwelle zu nutzen. So können wir weiterfahren, haben aber keinen Allradantrieb mehr.

Nach ca. einer halben Stunde ist die Arbeit getan. Wir folgen ihnen in das Kavimba-Camp. Dort schaut der Mechaniker nochmal alles durch und pumpt die restlichen 25l Diesel aus dem defekten Tank. Wir können sie in einem Faß mitnehmen. Wir befestigen es „the african way“ zwischen unseren Ersatzreifen und machen uns wieder auf den Weg in den Mana-Pools NP. Geld wollen die Beiden für ihre Hilfe nicht haben. „Das haben wir doch gern gemacht“. Schließlich erklären sie sich mit 50$ einverstanden.

Zwischenzeitlich konnten wir Kontakt mit unserem Autovermieter herstellen. In einer Email schildern wir die Situation und bitten um Ersatz. Wir hoffen, in Masvingo den Wagen tauschen zu können, wissen aber nicht, ob es noch einmal einen Bushcamper gibt. Dieses Fahrzeug ist relativ exklusiv mit seinem Alu-Cab-Ausbau. Es hat ein aufklappbares Dachzelt mit Solarpanel, eine Dusche, ein Sonnensegel, einen gut eingeteilten Innenraum zum Verstauen, einen 100l-Frischwassertank und zwei 90l-Diesel-Tanks. Aber es ist groß und fährt sich wie ein LKW. Zudem muß ich mich mit meinem Fotoequipment  in der Single-Cab gut organisieren. Aber es geht.

Wir beziehen unser Camp direkt am Zambesi und verbringen die erste Nacht hier. 

 

Freitag, 11.08.2017

Wir stehen noch vor sechs Uhr auf und kochen Kaffee. Offziell darf man hier ab 6.30 Uhr fahren. Nachdem aber einige andere Autos schon um 6.00 los sind, fahren wir auch eher. Immerhin geht die Sonne um 6.30 Uhr auf und es dämmert bereits ab 5.45 Uhr. Wir machen eine erste Erkundungsfahrt in den westlichen Teil zum Zebra-Vlei. Hier sollen sich meist die Wildhunde aufhalten. Allerdings haben sie zur Zeit Welpen und so ziehen sie nicht umher, sondern sind geschützt irgendwo im inneren des Areals. Unsere Chancen sie zu sehen, gehen gegen Null. Aber es gibt ja noch andere Raubtiere und Tiere hier zu sehen. An diesem Tag allerdings haben wir das Gefühl, daß nur Impalas und Elefanten hier herumlaufen. Am Long-Pool liegen große Krokodile und Hippos.

Überhaupt scheint dieser Park sehr Hippo- und Krokodillastig zu sein. Kein Wunder, Mana-Pools heißt ja „Vier Pools“. Diese Pools sind die Reste des ursprünglichen Flußlaufes vom Zambezi-River. Mittags laufen Elefanten durch das Camp, sie scheinen Menschen gewöhnt zu sein.

Nur auf die diebischen Meerkatzen muß man acht geben. Sie versuchen überall sich etwas zum Essen zu klauen, wo es nur geht. Aber sie sind nicht aggressiv. Am Nachmittag suchen wir den Green-Pool auf und warten dort ab, ob etwas passiert. Die Hippos liegen träge im Wasser, die Krokodile schwimmen ein wenig herum und jagen Fisch.

Dann zeigt sich ein Schlankich-Neumon. Ein Art Manguste, rehbraun mit einer schwarzen Schwanzspitze. Sie sind gar nicht so häufig anzutreffen und eigentlich auch scheu. Aber da wir hier schon eine Weile ruhig stehen, traut es sich heraus.

Zwei Zebras kommen noch zum trinken, sonst passiert nichts. Na ja, war ja erst der erste Tag. Wir gehen früh ins Bett. Zu essen gibt es Nudeln mit Tomatensauce. Das wird es auch in den nächsten Tagen geben. Wir hatten die Versorgungslage in dem kleinen Grenzort etwas überschätzt und so haben wir nur Nudeln, Tomatensauce, Knäcke und Baked Beans mit Speck. Dafür genug Wein und Cider nach der 1. Goldenen Safari-Regel: „Don’t spoil a safari by running out of alcohol!“

 

Samstag, 12.08.2017

Auch heute stehen wir wieder früh auf. Diesmal erkunden wir den östlichen Teil des Parks. Auch hier immer wieder Impalas, Wasserböcke und Zebras. Wir sehen auch Elen-Antilopen und einen eindrucksvollen Elen-Bock.

Fischadler und jede Menge Tokos runden das Bild ab. Die Landschaft ist zauberhaft, eine ganz eigene Athmosphäre. Doch auch heute keine Raubkatzen, keine Wildhunde.

Mittags machen die Elefanten wieder die Runde durch das Camp. Hier lassen sich auch viele Bienenfresser gut beobachten.

Am Abend dann entdecken wir den Chinepool. Das Grün auf der Wasseroberfläche gibt einen wunderbaren Kontrast zu den Hippos, und sie legen sich heute Abend auch mächtig ins Zeug.

Am Ende des Pools stellen wir uns dann in Warteposition. Plötzlich tut es einen lauten Platscher. Wir sehen ein mächtiges Krokodil und es hat etwas im Maul. Es versucht seine Beute zu schlucken und würgt immer wieder weiter, indem es sich im Wasser aufrichtet. Erst bei genauem Hinsehen erkennen wir, daß es sich um ein Impala-Hinterteil handelt, welches das Krokodil hinunterwürgt. Sehr eindrucksvoll, diese Szene.

Kurz vor dem Camp liegt gleich neben der Strasse eine Hyäne. Nachdenklich hat sie ihren Kopf auf die Pfoten gebettet. Sie weckt, mit ihren großen Augen, sofort dieses „ach-wie-süß-Gefühl“ in uns Beiden. Absolut nicht scheu lässt sie sich fotografieren, schaut auch einmal kurz auf. Sie liegt sehr ruhig, wofür ich ihr in diesem Dämmerlicht sehr dankbar bin.

Dann fahren wir in’s Camp. Abends gibt es wie immer Nudeln am Lagerfeuer. Der Sternenhimmel ist phantastisch.

 

Sonntag, 13.08.2017

Morgens erkunden wir den Mana-Mouth. Hier münden quasi die Mana-Pools in den Sambesi. Ich habe heute Nacht Löwengebrüll aus dieser Richtung gehört und hoffe auf Erfolg. Ein durchaus idyllisches Fleckchen, aber auch hier ist nicht viel los.

Leider nehmen wir den Weg zum Nkupe-Camp nicht. Später erfahren wir, daß hier Löwen gesichtet wurden an diesem Morgen. Aber das Camp ist privat und somit ohnehin für uns gesperrt. Wir haben irgendwie kein Glück hier. Weiter geht es wieder über den Chine-Pool. Mittags besucht uns ein Elefant im Camp. Da wir nicht genau wissen, wie er reagiert, nehmen wir unserer letzte Gurke und verstecken unser Frühstück im Auto. Aber er ist ganz friedlich und will nur die Früchte, die von dem Baum auf unser Camp fallen, essen. Ganz vorsichtig tastet er sich zwischen Auto und Video-Stativ hindurch.

Am Nachmittag fahren wir wieder zum Zebra-Vlei. Aber auch hier keine Spur von Raubkatzen. Am Abend kommt uns der erste Büffel entgegen. Eigentlich soll es hier 11.000 davon haben. Es ist ein alter Bulle. Seine Hörner sind schon ausgefranst. 

In der Dunkelheit wollen wir die Milchstrasse fotografieren.

Nach den ersten Bildern raschelt es plötzlich neben uns. Es ist eine Elefantenfamilie auf dem Abendspaziergang. Sie sind fast zum Anfassen nah und sehr friedlich wie alle Tiere, die hier in das Camp kommen.

 

Montag, 14.08.2017

Und gleich nochmal Zebra-Vlei. Wir sehen wieder mal keine Raubkatzen. Dann stoßen wir auf einen Weg, der zu einem sehr abgelegenen Camp führt und dann laut Karte wieder zum Zebra-Vlei zurück. Wir wollen keine Möglichkeit auslassen und fahren los. Wir probieren jede Abfahrt, aber es sind alles Loops, die wieder auf dem ursprünglichen Weg enden. 35 km weiter stehen wir vor dem sandigen Flußbett des Rukumechi. Hier endet der Mana-Pools-NP und weiter geht es nur mit einem Special-Permit, das wir nicht haben. Also drehen wir wieder um und fahren zurück. Die Tiere hier, sofern wir dann auf welche stoßen, sind viel scheuer als im Hauptteil des Mana-Pool-NP.

Auf dem Rückweg über den Zebra-Vlei entdecken wir einen Riß, der bereits von Geiern verzehrt wird. Hier sind öfters Leoparden in der letzten Zeit gesehen worden. Aber auch die Hunde müssen hier irgendwo sein. Da sie Welpen haben, müssen sie den Rest ihrer Beute liegen lassen, um zum Bau zurückzukehren und die Welpen zu füttern. Wir beschliessen, abends noch einmal vorbei zu kommen. 

Gesagt, getan. Aber wir sehen nichts. Dafür hält plötzlich ein Auto neben uns. Wir erkennen den Fahrer von Bushlore. Tatsächlich, wir haben ein Ersatzauto bekommen und es ist ebenfalls ein Bushcamper. Das ging echt schnell, haben wir gar nicht erwartet. Schnell räumen wir alles um und tauschen die Papiere aus. Dann fahren wir weiter. Zum Sonnenuntergang steht ein stattlicher Wasserbock am Wasserloch; das ist es für heute.

Abends sitzen wir noch lange am Lagerfeuer.

 

Dienstag, 15.08.2017

Auch heute versuchen wir unser Glück gleich am Morgen am Zebra-Vlei. Nichts. Ein paar Zebras und die üblichen Impalas. Dann plötzlich eine größere Büffelherde mit knapp hundert Tieren. Wir dachten schon, daß auch die Büffel nicht mehr hier sind; ist doch das Gebiet bekannt für seine riesigen Herden. Schön, sie zu beobachten.

Auf dem Weg zurück probieren wir noch einen neuen Pfad aus. Er endet nach etlichen Kilometern (ganz entgegen den Angaben aus der Karte, die wir immerhin im Office erstanden haben) an einem Fluß. Kein Weiterkommen möglich. Also wieder zurück das Ganze.

Ziemlich dicht am Vlei entdecken wir dann aber Erdbauten; entweder von Hyänen oder von Hunden. An einem Eingang liegt frisch aufgebuddelter Sand, er ist noch feucht. Aktuell ist hier nicht zu sehen aber wir beschliessen, heute Abend wieder zu kommen. 


Mittags stattet uns der Elefant, ich habe ihn „Sunnyboy“ getauft, wieder einen Besuch ab. Diesmal habe ich die Früchte schon auf einem Haufen zusammengesammelt und er kann in Ruhe fressen. Er hat überhaupt keine Scheu und kommt vorsichtig bis auf einen Meter an uns heran um die Früchte unter dem Tisch zu sammeln. Wir sind einfach sitzen geblieben. Ein aufregendes Gefühl so dicht neben dem grauen Riesen.

Wir fahren am Abend zurück zu dem Bau, den wir Mittags entdeckt haben und warten. Nach einer halben Stunde kommt ein anderes Fahrzeug vorbei; wir brechen ab und fahren nochmals die östliche Runde ab. Nichts. Schnell fahren wir im letzten Licht noch einmal zu dem Bau. Aber auch diesmal passiert nichts.

 

Weiter geht es hier.

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Teil 1 – Kanutour auf dem Lower Zambesi

Eigentlich ist der Mana Pools NP der Grund für unseren Besuch in Zimbabwe. Schon viel hatte ich über ihn gehört und gelesen. Die Atmosphäre hier soll einzigartig sein und der Tierbestand auch groß. Alle Raubkatzen sind vertreten, große Büffelherden und vor allem: Die Wildhunde. Davon soll es hier rund 80 Tiere geben, in verschiedene Rudel unterteilt. Als besonderes Erlebnis gilt eine mehrtägige Kanufahrt auf dem Zambesi. Damit sollte dann auch unsere Erkundung dieser Gegend beginnen. Wir waren sehr gespannt.

 

Sonntag, 06.08.2017

Wir werden unsanft durch eine tobende Horde Paviane geweckt. Sie rennen über das Dach, schmeißen mit Baumteilen und machen sich an unserem Auto zu schaffen. Der freundliche Hund, der uns schon am Abend begrüßt hat, hilft uns tatkräftig sie zu vertreiben. Nachdem das gelungen ist, packen wir unsere wichtigsten Dinge für die nächsten Tage zusammen und werden, nach einem ausgiebigen Frühstück, von unseren wirklich netten Gastgebern an die Grenze gebracht. Hier holt uns der Transport zur Zambesi-Breezers-Lodge ab, von wo aus wir heute unsere Kanu-Tour auf dem Sambesi starten. Nach einer ausführlichen Einweisung geht es los. „The mighty Zambezi“, wie er hier liebevoll genannt wird, ist ein breiter Fluß, der aber immer wieder Sandbänke aufweist, die man umfahren muß. Unzählige Inseln befinden sich im Flusslauf. Auf einer davon haben wir unser erstes Mittagessen.

Nach einer ausgiebigen Pause geht es dann weiter. Unser Guide kennt alle Hippopools, und so können wir den Tieren mit sicherem Abstand aus dem Weg gehen. Manchmal muß er erst mit dem Paddel gegen den Bootsrumpf schlagen, damit die Hippos auftauchen und sich zeigen.

Am Abend sehen wir, wie Elefanten vom Festland durch das Wasser auf eine Insel wechseln. Wir halten dort an um sie zu beobachten.

 

Dann fahren wir weiter, um schließlich selbst an unserer „Nachtinsel“ anzulanden. Nachdem wir die Boote durch den Sumpf an Land gezogen und unsere Zelte aufgebaut haben, können wir den Sonnenuntergang und den Abend bei einem ausgiebigen Dinner geniessen. 

 

Montag, 07.08.2017

Die Nacht war kühl aber nicht unangenehm nach der Hitze des Tages. Wir stehen um sechs Uhr auf, packen unsere Zelte und Sachen in die Boote und fahren nach Spiegeleiern und Speck weiter.

Es sieht witzig aus, wie fast jeder morgens mit einem Paddel in der Hand im Schilf verschwindet um sein Toilettenloch zu buddeln. Dann bringen wir die Kanus wieder ins Wasser. Der Wind hat aufgefrischt, der Wellengang zugenommen. Wir halten bald wieder an um auf bessere Wetterbedingungen zu warten. Starker Wellengang kann ein Kanu zum Kentern bringen; in einem Fluß voller Hippos und Krokodile sicher keine ganz gute Idee. Ich bin nass bis auf die Haut von den Wellen, die immer wieder in das Kanu geschwappt sind, und froh um die Pause. Wir machen eine kleine Walking-Safari.

Zu sehen gibt es vor allem Vögel. Fischadler, Eisvögel, Ibisse und viele mehr.

Bei weniger Wind geht es weiter. Wir steuern immer wieder durch kleine Kanäle und an Inseln vorbei; sehen Bienenfresser, Eisvögel, Reiher, Fischadler. Und alles in einer grandiosen Landschaft.

Gegen Abend müssen wir noch einmal Hippos passieren. Eines taucht ab und schwimmt schnell auf uns zu.  Wir geben Gas. Geschafft. Dann landen wir wieder auf einer Insel an, mitten im Niemandsland. Hier können wir im sehr flachen Wasser am Strand ein kleines Bad nehmen. Es tut gut mal wieder den Schweiß von der Haut zu waschen. Nachdem wir unsere Zelte aufgebaut haben, gibt es Essen am Lagerfeuer. Es ist Vollmond und die Nacht taghell. Eine zauberhafte Stimmung. 

 

Dienstag, 08.08.2017

Auch heute frühstücken wir erst, um dann zu starten. Wieder ist es windig, aber wir kommen mit den Wellen gut zurecht. Mittlerweile wissen wir, wie man ein Kanu am besten hindurch lenkt.

An einer ausgetrockneten Mündung sehen wir Elefanten. Hier machen wir eine kleine Pause, aber sie ziehen sich zurück. 

Nach dem Mittagessen treffen wir immer wieder auf Elefanten.

An einer Stelle gehen sie sogar in  das Wasser, um an Bäumen im Fluß zu fressen. Wir hängen unsere Kanus aneinander und driften mit einem großen „Kanufloß“ um sie herum. Ein tolles Erlebnis und eine ganz besondere Perspektive.

In einem Kanal dann viele große Krokodile am Ufer. Sie schauen auf uns herab.

 

Später landen wir dann an einem Bushcamp an, wo wir die Nacht verbringen werden. Hier kommen noch Impalas, Kudus und Elefanten zum Trinken an das Ufer.

 

Mittwoch 09.08.2017

Ganz früh am morgen setzen wir uns wieder an das Ufer, um zu schauen, was da kommt. Doch mein Weg wird jäh gestoppt. Die gesamte Crew singt mit ein Geburtstagsständchen und überrascht mich mit einem Kuchen. Ich bin gerührt, das hatte ich nicht erwartet.

Wir verspeisen den Kuchen mit Allen zusammen zum Frühstück. Heute vormittag geht es noch einmal ein ganzes Stück am sambischen Ufer entlang.

Bevor wir endgültig anlanden, sehen wir nochmal eine Herde Hippos, die soeben aus dem Wasser an das Ufer geklettert ist. Sie schauen uns alle an und man könnte meinen, daß sie sich zu einen Familienbild versammelt haben.

Schließlich sind wir angekommen und verladen unsere Kanus. Der Rückweg im Jeep dauert dreieinhalb staubige Stunden auf afrikanischen Wegen. 

Wieder in Zimbabwe angekommen, nehmen wir gern die verdiente Dusche in unserer Lodge. Wir haben ein wunderbares Abendessen bei unseren Gastgebern in der „Go-Fish-Marine-Lodge“. Sie sind wirklich ausgesprochen nett und wir erfahren viel über das Leben hier. 

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Zimbabwe – eine Safari mit Hindernissen

Ein Abenteuer sollte es werden, denn immerhin hatte nahte ja mein 50. Geburtstag. Ein Abenteuer ist es auch geworden; aber gänzlich anders, als wir uns das so vorgestellt hatten. Aber lest selbst:

Prolog

Donnerstag 03.08.2017

Es ist natürlich wie immer, wie sitzen am Flughafen und warten auf den Abflug……….

Jetzt geht es erst einmal nach Frankfurt. Der Umstieg klappt gut, obwohl wir keine Stunde Zeit haben. Gut gelaunt nehmen wir auf dem Oberdeck der 747 Platz. Das hatte ich mir immer schon einmal gewünscht und es verläuft auch alles wie erwartet.

      Auf dem Oberdeck einer Boeing 747; Foto Andreas Müller

 

Freitag, 04.08.2017

Nach einem entspannten Flug landen wir in Johannesburg.
Bis wir unser Auto übernommen haben, ist es Mittag. Leider haben wir den Bushcamper nicht, wie ausgemacht, mit Durchgang nach hinten bekommen. Dafür angeblich den Neuesten mit Dusche. 60.000km hat er aber auch schon auf dem Tacho stehen. Also muß ich mit meinem Fotoequipment in der Zweimann-Kabine vorne einrichten. Zum Glück gibt es ein Ablagefach hinter den Sitzen. Auch, wenn das Fotografieren damit nicht so komfortabel ist wie mit einem Durchgang nach hinten, ist es doch machbar. Allerdings liegt die „Dicke“ während der Game-Drives immer auf meinem Schoß. Auch mein Fensterstativ  ist bei dem Toyota-Landcruiser nicht zu montieren. Dann muß es eben ohne gehen, nur mit dem Bean-Bag. 

Jetzt noch Einkaufen und einen kleinen Imbiß bevor wir uns auf den langen Weg nach Chirundu im Norden Zimbabwes machen. Die Straßen sind gut und wir kommen voran. Der Grenzübergang Beithbridge ist unser erstes Ziel und morgen früh soll es dann gleich weiter gehen.

Samstag, 05.08.2017

Der Grenzübertritt kostet uns 4 Stunden! Die Visa gehen zügig, aber bis das Auto durch den Zoll ist dauert es ewig. Ein Schalter für gut 100 Menschen. Immer wieder müssen wir Schlepper abschütteln, die uns für viel Geld schneller durchschleusen wollen. Sie bauen Strassensperren auf, reissen sich alle Visum-Formulare unter den Nagel, und und und. Es ist unglaublich. Völlig entnervt setzen wir dann endlich unseren Weg fort. In Zimbabwe sind die Strassen besser als erwartet. Wir werden  nur durch unzählige Polizeikontrollen gestoppt. Bis nach Chirundu zählen wir 15 Stück. Die meisten sind unkompliziert; nur in Gweru werden wir an einer Ampel, die nicht intakt ist, abgezockt. Schlimmer noch in Karoi. Dort stoppen uns angebliche Polizisten, da wir an einem Zebrastreifen nicht gehalten hätten. Sie verlangen 200 $ oder sie beschlagnahmen unser Auto. Nachdem wir noch einen ziemlich weiten Weg vor uns haben und nicht wirklich auf diese Situation gefasst waren, geben wir ihnen schliesslich 150$ und fahren weiter. Später bekommen wir viele Tips, was wir tun können, wenn so etwas noch einmal passiert. Wir erfahren auch, daß die Polizei das Auto nicht beschlagnahmen darf. Wir haben also Lehrgeld gezahlt. Die Landschaft ist wild, zum Schluß geht es über die Berge. Es ist die einzige Verbindungsstraße nach Sambia. Entsprechend ist hier auch der LKW-Verkehr. Aber auch unser „Gelände-LKW“ kommt die Steigungen mit maximal 50 km/h hinauf. Kein Vergleich zum Landrover vom letzten Jahr. Der Landcruiser ist deutlich schwerer und das merkt man auch. 

In der Dunkelheit kommen wir dann endlich total erschöpft in Chirundu an. Nach einer längeren Suche finden wir dann auch unsere Lodge für die Nacht und fallen ins Bett.

Der Grenzübertritt kostet uns 4 Stunden! Die Visa gehen zügig, aber bis das Auto durch den Zoll ist dauert es ewig. Ein Schalter für gut 100 Menschen. Immer wieder müssen wir Schlepper abschütteln, die uns für viel Geld schneller durchschleusen wollen. Sie bauen Strassensperren auf, reissen sich alle Visum-Formulare unter den Nagel, und und und. Es ist unglaublich. Völlig entnervt setzen wir dann endlich unseren Weg fort. In Zimbabwe sind die Strassen besser als erwartet. Wir werden  nur durch unzählige Polizeikontrollen gestoppt. Bis nach Chirundu zählen wir 15 Stück. Die meisten sind unkompliziert; nur in Gweru werden wir an einer Ampel, die nicht in Takt ist, abgezockt. Schlimmer noch in Karoi. Dort stoppen uns angebliche Polizisten, da wir an einem Zebrastreifen nicht gehalten hätten. Sie verlangen 200 $ oder sie beschlagnahmen unser Auto. Nachdem wir noch einen ziemlich weiten Weg vor uns haben und nicht wirklich auf diese Situation gefasst waren, geben wir ihnen schliesslich 150$ und fahren weiter. Später bekommen wir viele Tips, was wir tun können, wenn so etwas noch einmal passiert. Wir erfahren auch, daß die Polizei das Auto nicht beschlagnahmen darf. Wir haben also Lehrgeld gezahlt. Die Landschaft ist wild, zum Schluß geht es über die Berge. Es ist die einzige Verbindungsstraße nach Sambia. Entsprechend ist hier auch der LKW-Verkehr. Aber auch unser „Gelände-LKW“ kommt die Steigungen mit maximal 50 km/h hinauf. Kein Vergleich zum Landrover vom letzten Jahr. Der Landcruiser ist deutlich schwerer und das merkt man auch. 

In der Dunkelheit kommen wir dann endlich total erschöpft in Chirundu an. Nach einer längeren Suche finden wir dann auch unsere Lodge für die Nacht und fallen ins Bett.

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Landshuter Hochzeit 2017 – Impressionen von den Ritterspielen

Die Landshuter Hochzeit geht auf ein Ereignis im Jahre 1475 zurück. Damals heiratete Landshut Herzog Georg die polnische Prinzessin Jadwiga. Dieses wichtige Ereignis wurde damals wie heute ausgiebig gefeiert. Es endet in dem sogenannten Hochzeitszug, in dem das Brautpaar und alle Festgäste durch die Landshuter Altstadt ziehen um letztendlich vermählt zu werden. 

Die Landshuter feiern dieses Fest alle vier Jahre. Es ist eine Besonderheit, daß hier nur Laiendarsteller teilnehmen. Perücken sind nicht zugelassen, und so sieht man schon ein bis zwei Jahre vor der LaHo, wie die Landshuter ihr Fest liebevoll nennen, Männer mit langen Haaren durch die Stadt gehen. Auch bei den Reitern und Rittern handelt es sich ausschließlich um Laien. Es ist ein Fest mit großer Tradition.

Gleich nach dem Hochzeitszug am Sonntag finden in Landshut auf dem Turnierplatz die Ritterspiele statt. Zu Ehren der neuen Herzogin kämpfen die Ritter um den Sieg. Zunächst einmal zieht die gesamte Festgesellschaft auf dem Turnierplatz ein. 

 

Das bürgerliche Volk gibt sich die Ehre bei einem Tänzchen.

 

Dann ziehen auch die Landsknechte ein und singen ihrem Herzog ein Lied aus dem Krieg.

 

Die erste Darbietung besteht im Kampf mit dem „Roland“. Der „Roland“ ist eine Übungsfigur, die es gilt an einer winzigen Stelle mit einer kurzen Lanze zu treffen. Verfehlt der Reiter sein Ziel, schlägt der „Roland“ zurück.

Als nächstes zeigen die Fahnenschwinger ihr Können. Jahrelanges Training ist nötig, um die Fahnen so gezielt durch die Luft zu wirbeln, zu werfen und schließlich wieder zu fangen.

 

Die nächste Runde der Reiterwettkämpfe ist das Ringerl stechen. Mit einem langen Stecken muß ein kleiner Ring in vollem Galopp von der Armierung gezogen werden.
Es ist schön anzusehen, wie kraftvoll die Pferde laufen und wie aufmerksam sie bei der Sache sind.

 

Dann ist es soweit. Der Herold kündigt die Hauptattraktion des Nachmittags an: die Ritterkämpfe.

Unter seiner Führung reitet zuerst der Markgraf auf den Turnierplatz. Er muß vor Beginn der Kämpfe die Lanzen prüfen und den Rittern einen Eid abnehmen. 

 

Jetzt folgen die Ritter, begleitet von Landsleuten und Fürsten.

 

Immer zwei Ritter reiten an der Planke aufeinander zu und versuchen dabei mit der Lanze einen Treffer zu platzieren. Danach müssen die Pferde wieder gestoppt werden, was unter der schweren Rüstung nicht immer einfach ist. Die Knappen haben alle Hände voll zu tun.

 

Nur, wenn ein Ritter seinen Gegner mit voller Wucht trifft, bricht die Lanze. Der Ritter, dessen Lanze als erstes bricht, hat das Turnier gewonnen.

 

Der Gewinner des Turnieres darf dann, unter dem Jubel des Volkes, zusammen mit der neuen Herzogin ausreiten.

 

 

 

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Rotes Meer

Und wieder einmal haben wir das T-Shirt mit dem Tauchanzug vertauscht und sind nach Safaga an das Rote Meer gereist. Das Meer hat noch immer nur 23°C aber das Wetter ist deutlich wärmer mit Temperaturen bis zu 31°C. Unsere Tauchtage haben wir mit einem Ausflug nach Kairo abgerundet, aber seht selbst.

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Das Heulen der Wölfe

03.02.2017

Ob ich es hören werde? Das Heulen der Wölfe?
Ich sitze wieder einmal am Flughafen München und warte auf den Abflug nach Warschau. Morgen soll es dann weiter gehen an die ostpolnische Grenze. Dort wollen wir vor allem Wölfe, Wisente und mit viel Glück auch Luchse vor die Kamera bekommen.

Die Bedingungen sind gut: es ist kalt, es liegt Schnee, es ist bald Vollmond und die Wölfe sind in der Paarungszeit. Dort, an der ostpolnischen Grenze, lebt eine gesunde Population. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auch, die beiden polnischen Fotografen, die ich bei meiner letzten Reise dorthin kennengelernt habe, wiederzusehen. Ausgerüstet mit neuer Daunenjacke, Wollunterwäsche und dicken Winterstiefeln mache ich mich heute auf den Weg.

In Warschau angekommen beziehe ich mein Hotelzimmer für eine Nacht.
So ein kleines Zimmer hatte ich noch nie. Es ist so breit wie das Bett lang ist. Mit kleinem aber funktionellem Bad. Dafür viel Stauraum unter dem Bett und im Wandschrank und einem erstaunlich schnellen Internet.

Selbst das iPhone macht Zimmer größer als sie tatsächlich sind.

 

04.02.2017

Frühstück in Warschau…. 

….dann geht es weiter Richtung Osten. Dort sind heut -11° zu verzeichnen.
Beste Bedingungen wenn der Nebel erst mal weg ist. Obwohl: Wölfe im Nebel….. vielleicht wird man damit ähnlich berühmt wie mit Gorillas?

 

05./06.02.2017

Am Sonntag war es einfach nur kalt und bewölkt. Keine Tierbeobachtungen.

Am Montag das gleiche Spiel. Mittags hat es dann angefangen zu schneien, so daß wir am Nachmittag noch Wisente im Schnee fotografiert haben.

 

07.02.2017

Wir sind nach Biebrza gefahren. Es schneit. Ein paar einzelne Elche lassen sich blicken.
Mittags versuchen wir den Fischotter vor die Linse zu bekommen. Wir finden ihn, bauen auf und er wurde nicht mehr gesehen trotz recht guter Tarnung. Wahrscheinlich hat er für diesen Tag genug gejagt.

Früh am Morgen….

…und am Nachmittag.

 

08./09.02.2017

Es schneit und schneit und schneit. Gestern den ganzen Tag nichts. 

Das ist der Blick aus meinem Ansitz.

Heute am Vormittag im Schneetreiben sechs Hirsche. 

Mittags hört es dann langsam auf zu schneien. Es wird kälter. Das Thermometer ist jetzt um 21 Uhr bereits bei -15° angelangt. Morgen wird ein klarer Tag, also schon um fünf in den Ansitz. Abfahrt 4.30 Uhr, Frühstück 4.00 Uhr, Aufstehen 3.30 Uhr. Vielleicht bringt das Opfer ja was.

 

10.02.2017

Es ist kalt und ich sitze mal wieder im Ansitzwagen. Der Sonnenaufgang ist wunderbar. Aufgrund mangelnder Tiere fotografiere ich eben den Wald. Etwas unüblich mit der 600er Brennweite aber was solls.

Nachdem bis Mittag kein Tier bei mir vorbei geschaut hat, beschliessen wir, zum Sonnenuntergang an diesem herrlich klaren Tag die Wisente aufzusuchen.

Auf der Suche nach ihnen läuft uns noch ein Fuchs mit ausgeprägter Räude über den Weg. Er nimmt unser Auto kaum wahr, so sehr haben die Milben auch schon seine Ohren befallen.

 

Nach einer kleinen halbstündlichen Wanderung über tief verschneite Felder finden wir die Wisente dann schließlich.

 

11.02.2017

Und wieder 10 Stunden im Ansitz verharrt. Diesmal kamen wenigstens zwei Bussarde um die Mittagszeit vorbei.

 

12.02.2017

Ansitz mittags abgebrochen. Dann sind wir nochmal rausgefahren um die Wisente zu suchen. Diesmal habe ich mich mit der Videokamera versucht.

(Dazu später)

 

13.02,2017

Heute morgen Pirschfahrt im Auto. Ausser ein paar Rehen und Hirschen sowie einem Fischotter (war allerdings zu weit weg) nichts besonderes. Aktuell sind im Wald viele Holzarbeiten, so daß die Tiere nicht gern rauskommen. 

Die Richtung stimmt schon mal auch, wenn das hier ein Hund ist.
Heute Nacht werde ich einen Nachtansitz versuchen. Mal sehen ob sich etwas zeigt.

14.02.2017

20 Stunden Ansitz sind eine lange Zeit. Tatsächlich habe ich um 5.10 Uhr morgens Wölfe am Ansitz gehabt. Die sind allerdings nur durchgelaufen und bis ich die Videokamera fertig hatte waren sie weg. Aber: Sie sind da!

Dann kamen noch drei Füchse und ein Bussard. Zur Nacht haben die Wölfe dann angefangen zu heulen. Morgen Ansitz vier Uhr. Mal sehen was kommt.

 

15.02.2017

Heute war irgendwie „Tote-Hose-Tag“. Nichts, aber auch rein gar nichts hat sich gezeigt. Schön, daß wir auf dem Heimweg jede Menge frischer Spuren gefunden haben. Zwei Tage bleiben noch.

 

16.02.2017

Auch heute nicht viel passiert. Zwei Eichelhäher haben sich die Situation aus sicherer Entfernung angesehen und dann entschieden, doch nichts zu fressen. Schade.

 

17.02.2017

Letzter Tag. Früh wieder in den Ansitz. Bis Mittag passiert nichts. Dann der schon bekannte Fuchs. Bleibt richtig lang und jagt sogar, setzt sich richtig in Position. Leider weit rechts von mir und außerhalb der Schwenkweite meines Teles.  Also, Fernglas raus und geniessen.

Am Abend, gerade als ich abbauen wollte, steht plötzlich ein Elch auf der Lichtung und wandert langsam über die Wiese. Schön. Doch noch ein Tier zum Abschied. Plötzlich schnaubt es direkt vor meinem Ansitz. Noch ein Elch. Wir haben uns beide ein wenig erschrocken. Dann macht er einen kleinen Bogen und geht auch zügig über die Lichtung.

In der Nacht sind wir nochmal losgefahren in den Wald. Manchmal kann man sie eben nicht sehen, aber man kann es hören: Das Heulen der Wölfe.

 

 

Abschließend noch ein paar Gedanken zum Ansitzen:

Je nachdem, welches Tier man fotografieren möchte, ist Ansitzen mehr oder weniger erfolgreich, mehr oder weniger anstrengend. Wer daheim Rehe oder Hirsche beobachten möchte, wird im Ansitz (vorausgesetzt, die Tiere sind dort heimisch) relativ schnell erfolgreich sein. Ab und zu wird man auch mal einen Fuchs oder einen Greifvogel sehen. Schwieriger ist der Ansitz auf seltene und sehr scheue Tiere wie Luchs und Wolf.

Für alle Ansitze jedoch gilt: ES GIBT KEINE GARANTIE AUF ERFOLG !

Das sollte einem klar sein, wenn man so ein Unternehmen in die Tat umsetzt. Dann ist man auch nicht enttäuscht, wenn sich nach zwei Tagen noch kein Wolf gezeigt hat. Ansitz auf Tiere, die sporadisch über den ganzen Tag erscheinen können heißt auch: Sitzen über viele Stunden, in der Regel 10-12 !

Es bedeutet: an warme Kleidung denken denn Nicht-Bewegen lässt frieren, evt geruchshemmende Kleidung anziehen, genug Proviant mitnehmen, die berühmte Flasche mitnehmen (Mädels den Trichter nicht vergessen); denn wer einmal den Ansitz verlässt wird in der Regel in den nächsten Stunden nichts mehr sehen.

Natürlich ist man auch abhängig vom Wetter. Drei Tage Schneetreiben oder Dauerregen lässt viele Tiere im Wald bleiben. Auch in der Hitze eines Sommertages wird sich so schnell nichts zeigen.

Also: Erfolg braucht Geduld und stetige Wiederholung. Ich für meinen Teil werde es wieder versuchen einen Wolf oder Luchs vor die Kamera zu bekommen.

 

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Abgetaucht

Im Januar ist es kalt in Deutschland. Da fährt man gern einige Tage in die Sonne. Diesmal haben wir ein altes Hobby wiederbelebt: Tauchen. Nach 10 Jahren soll es endlich wieder unter Wasser gehen und natürlich muß da auch eine neue Außenhaut für die Nikon her. 

Wir fliegen an das Rote Meer, besser gesagt nach Safaga. Dort sind wir früher oft getaucht und kennen die Riffe. Tagsüber hat es angenehme 22°C aber es geht ein kalter Wind, besonders auf dem Meer. Nachts wird es empfindlich kühl.

Insgesamt hatte ich mir das alles einfacher fortgestellt. Nach 10 Jahren Karenz hat es doch ein wenig gedauert, bis ich die Ruhe unter Wasser wieder gefunden hatte. Dann ist so ein neues Unterwasserequipment auch gern mal anfällig gegen Fehlbedienung. 
Erster Tauchgang: Blitz geflutet. Zweiter Tag: Hausriff. Habe zwar einen Adlerrochen gesehen, da man aber unter Wasser nicht mit dem Tele arbeiten kann gibt es kein Bild. Dritter und Vierter Tag: Keine Tauchgänge wegen Ohrenproblemen. Fünfter Tag: Panorama Riff Steilwand, Juchu! Blitz arbeitet nicht wegen eines feuchten Kontaktes, wie sich später herausstellt. Letzter Tag: Beim ersten Tauchgang arbeitet der Blitz, aber nicht immer. Oft komme ich nicht nah genug heran um das Weitwinkel wirklich gut zu nutzen. Beim zweiten Tauchgang versagt der Blitz trotz frischer Akkus; wieder ein feuchter Kontakt. Werde mir jetzt doch die Original-Blitze kaufen und dem Problem auf den Grund gehen. Alles in Allem fällt die Ausbeute nicht so aus, wie ich es mir vorgestellt hatte. 

Es ist eben doch ein komplett andere Art des Fotografierens und man muß nebenbei auch noch tauchen. Dann ist da noch die Strömung, die einen oft genug vom begehrten Objekt entfernt. Ich habe noch die Worte im Kopf: „Warte, bis der Fisch den Mund aufmacht und dann drückst Du ab.“
Na toll, dann bin ich aber schon ein Meter weiter getrieben. 

Aber der nächste Tauchurlaub ist geplant und es kann nur besser werden.

Hier dennoch eine kleine Auswahl aus dem Roten Meer:

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